Etwas Licht im Dunkel

 

Das europäische Mittelalter, mit dem wir uns hier Schwerpunktmäßig beschäftigen, erstreckt sich im Großen und Ganzen zwischen dem 6. und dem 15. Jahrhundert. Hierbei spielt die Katholische Kirche eine wichtige und prägende Rolle. Sie war nicht nur Mittelpunkt der Gesellschaft, sondern stellte vor allem in Krisenzeiten einen wichtigen Halt für die Bevölkerung dar.

 

Die meisten Menschen waren einfache Leute. Sie gingen ihrem Tagewerk nach und versuchten, sich in der rauen Welt ein Leben zu machen. Da das Fußvolk keine Schulbildung kannte, war es nicht weiter verwunderlich, dass sie weder Lesen noch Schreiben konnten. Da auch die Wissenschaft und die Technik noch nicht den Stand späterer Zeiten hatten, konnten sich die Menschen viele Dinge einfach nicht erklären. So gallte Unerklärliches schlicht als Gottes Wille oder in einem schlimmen Fall sogar Hexerei.

 

Auch wenn die Katholische Kirche sicherlich in guter Absicht gegründet worden war, so gab es auch dort Menschen, die nicht nach dem Wohle aller strebten, wie es die Lehre von Jesu Christi besagte, sondern vor allem und in erster Linie um ihr eigenes Wohl und Macht besorgt waren. Vor allem die höheren Ämter innerhalb der Kirchengemeinde verleiteten dazu, die erhaltene Macht auszunutzen. Hierbei war es natürlich sehr hilfreich, dass das Volk alles glauben musste, was man ihnen aus der Bibel vorlas und wie man es freilich von der Kanzel aus her auslegte. Und Angst war schon von je her ein hervorragendes Mittel um andere zu lenken...

 

Laut der christlichen Lehre wird eine Sünde mit dem Fegefeuer und im schlimmsten Fall mit einem Daueraufenthalt in der Hölle geandet. Da natürlich niemand bis in alle Ewigkeit unsagbare Qualen erleiden will, versuchte man eben, möglichst brav zu bleiben.

Noch recht zu Beginn der Ära war die Taufe ein Mittel, sich von begangenen Sünden rein zu waschen. So bot es sich an, sich möglichst erst am Ende seines Lebens taufen zu lassen, um sicher zu stellen, auch wirklich frei von Schuld zu sein.

Doch um dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen gab die Kirche den Menschen noch ein paar andere Dinge zur Hand, die im Alltag dazu dienten, immer brav gottesfürchtig zu sein. Sogenannte Reliquien konnten immer mit sich geführt oder zu Hause deponiert werden. Dazu zählten Knochenfragmente, Teile eines Kleidungsstückes diverser Heiliger und noch so manches mehr. Natürlich gab es diese kleinen Heilsbringer nicht umsonst.

 

Neben den Reliquien und der Möglichkeit, eine Pilgerreise oder gemeinnützige Arbeit zu verrichten, gab es noch den Ablasszettel. Vorerst nur ein unscheinbare Stück Papier wandelte sich dieses Relikt mit der Zeit zum richtigen Verkaufsschlager.

Auch hier war es freilich die Angst vor der Höllenqual, welche das Volk dazu bracht, die eh schon schmalen Beutel zu öffnen. Zuerst war es nur möglich, bereits vergangene, persönliche Sünden zu sühnen. Später dann, nachdem die Geistlichen erkannt hatten, wie einträglich doch das Geschäft geworden war, bestand nun auch die Möglichkeit, für Verwandte (gegebenenfalls bereits verstorben) Buße zu leisten. Das erlöste nicht nur vom Vergehen, sondern galte für den Erwerbenden auch als einen Akt der Nächstenliebe.

 

Ein jähes Ende fand dies alles, als ein junger Mann der Priester werden wollte, sich sehr genau mit den Lehren der Geistlichen und dem tatsächlich niedergeschriebenen Wort auseinandersetzte.

Er stellte fest, dass viele seiner Brüder die Schrift zu ihrem Zwecke auslegte und als er sah, wie die hohe Geistlichkeit die Kostbarkeiten horteten und es sich gut gehen ließen während das Volk litt, lehnte er sich auf.

 

Besagter Mann übersetzte die bis dahin nur in Latein existierende Bibel ins Deutsche, nagelte seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg und heiratete. Er wehrte sich gegen die Kommerzialisierung des Glaubens und war mit seiner Weltanschauung und seinem Verständnis von Gott der Erste einer Gruppe, die sich nach und nach von der Katholischen Kirche abspaltete.

 

Dieser Priester war Martin Luther, und er änderte in Jahre 1517 quasi alles. Für ihn war es himmelschreiend, dass man nur dann von seinen Untaten befreit war, wenn man auch Geld hatte. Für ihn war es viel wichtiger, dass man durch Taten Reue fand...

 

 

 

Quelle:

diverses Unterrichtsmaterial, Internet

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